Wenn man müde ist - und ich meine, so richtig müde - sollte man schlafen gehen. Und nicht anfangen, Puppenbettwäsche zu nähen. Aber da mich Schwesterherz erst vor kurzem wieder dezent auf die dringende Notwendigkeit derselben im Puppenhaushalt der Nichte aufmerksam gemacht hat (und die alte zugegebenermaßen schon ziemlich lange in meinem Regal lagerte), nutzte ich die Gunst des schlafenden Kindes und setzte mich an meine neue Nähmaschine.
Jaa, eine neue Nähmaschine ist gestern bei mir angekommen und jaa, Puppenbettwäsche eignet sich hervorragend, um diese zu testen. Ich kann's gar nicht glauben, wie gut ich nähen kann (ich habe schon immer vermutet, dass die schiefen Nähte nicht allein auf meinem Mist wachsen, sondern das alte Stück maßgeblich daran beteiligt ist) und habe gestern viel Zeit damit verbracht, die geraden Nähte und das gleichmäßige Stichbild zu bewundern. Fast in Verzückung geraten wäre ich allerdings, als ich die Neue heute beim Knopflochnähen beobachtete. Das macht sie nämlich von ganz alleine. Tolles Ding. Aber davon wollte ich eigentlich gar nicht erzählen.
Puppenbettwäsche zu nähen ist prinzipiell deppensicher. Da kann man fast nix falsch machen. Aber wenn man müde ist...
Schon der Polsterzuschnitt gestaltete sich außergewöhnlich schwierig, indem ich zunächst die Vorlage einfach 2 cm zu klein aus- und dann den Stoff um den Umschlag zu kurz zugeschnitten habe. Egal, ich stückel halt. Ansich kein Problem, wenn ich nicht rechts auf links genäht hätte!?! (Zu diesem Zeitpunkt habe ich schon vermutet, dass ich mich wohl besser hinlegen sollte.) Aufgetrennt, neu, passt. Verzierung drauf, juhu! Neben statt auf dem Webband genäht, ojeh! Ich bügel nur noch und dann geh ich wirklich schlafen. Webband gedämpft bei Stufe 3 - aah, wieso zieht sich das zusammen?? Heute nachgelesen: Bügelbar bei Stufe 1. Ahja. Gute Nacht.
Zum Glück war es nur ein klitzekleines Puppenpölsterchen. Wer weiß, was ich sonst für einen Schaden angerichtet hätte. Das man bei dem Projekt Puppenbettwäsche aber tatsächlich fast nix falsch machen kann, zeigt das Ergebnis. Mutter und Kind haben sich gefreut. Die Mühe hat sich gelohnt.